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 Stadtmuseum Erfurt



 

Geschichtslabor: Rebellion - Reformation - Revolution

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Pfeil nach rechtsoben Tolle Jahre. Rebellion Reformation Revolution

Raum schaffen für eigene kreative Aneignung! Das ist Programm im neuen „Geschichtslabor“: Hier werden dem Besucher die konkreten stadthistorischen Bedingungen und Ereignisse der Reformation in Erfurt und die Bedeutung als geistige Wiege Martin Luthers vor Augen geführt. Gleichzeitig ist es auch eine installative Konfrontation von Geschichte und Gegenwart, die den Besucher zur Auseinandersetzung mit Fakten und Überlieferungen auffordert, deren Fortwirken im eigenen Leben hinterfragt wird.

Betritt man den ersten Raum „Tolle Jahre?“ erlebt man an vier Stationen die Reformation in Erfurt und ihre Protagonisten, gerahmt von raumgreifenden Installationen der Vergegenwärtigung des Themas. Anhand der Auseinandersetzungen, die in Erfurt zunächst auf der Kanzel stattgefunden haben, kann man in die Sprache der Zeit eintauchen, sich vielleicht sogar einmal als Sprecher an einer modernen „Flüstertüte“ versuchen und zur Rebellion aufrufen.

Unmittelbar anschließend eröffnen die prachtvollen Insignien der Universität Erfurt das Thema „Freie Künste?“. Der von Reformation und Humanismus begleitete Aufbruch in die Neuzeit wird von großen Entdeckungen und technischen Neuerungen charakterisiert. Das wirft die Frage nach der moralischen Verantwortung von Wissenschaft auf.

Der Bereich „Am Anfang war das Wort?“ thematisiert die Entwicklung der modernen Medien. Sie bieten heute unzählige Möglichkeiten der Informationsbeschaffung, der Kommunikation bis hin zum Eintauchen in spielerische Fantasiewelten, die oft Suchtpotential entfalten und gewaltverherrlichend sind. Können sie trotzdem noch gesellschaftliche Wandlungsprozesse beschleunigen?

Der Abschnitt „Macht und Liebe?“ stellt die Bedeutung der Konfessionen nach der Trennung von Staat und Kirche in scheinbar säkularisierten Bereichen der Gesellschaft zur Diskussion. Wie hat die Reformation dieses Verhältnis gewandelt? Welche heutigen Grundhaltungen hat die Luthersche Obrigkeitslehre befördert? Wie geht die sogenannte Mehrheitsgesellschaft damit um?

Zum Abschluss widmet sich ein Raum der Fragestellung „Ich und das Andere?“. Luther beschimpfte ganz als Zeitgenosse Pfaffen, Türken, Sektierer, Hexen und Juden. Die Ablehnung von Fremden und Zuwanderern hatte schon immer viele Gesichter, von Vorurteilen bis fremdenfeindlich motivierten Gewalttaten.

Zudem begegnet der Besucher Till Eulenspiegel. Als Sinnbild des Spotts spricht er mit historischen Persönlichkeiten: dem Obervierherrn Heinrich Kellner, dem Gelehrten, Büchersammler und Rektor Amplonius Rating de Berka, dem Reformator und Freund Luthers, Johannes Lang und einem Wucherer. Mit Scharfsinn und Witz entsteht so eine unterhaltsame Kommentarebene zur Ausstellung.

Hardy Eidam, Gudrun Noll, Dr. Steffen Raßloff
 

Eröffnung der Ausstellung am 31. Oktober 2012 Poetry Slam zur Eröffnung des neuen Ausstellungsbereiches
Eröffnung der Ausstellung am 31. Oktober 2012
 
Poetry Slam zur Eröffnung in der 1. Ausstellungsetage
 
Blick in den Ausstellungsbereich "Tolle Jahre?" Themenbereich "Brüder und Schwestern?"
Blick in den Ausstellungsbereich "Tolle Jahre?"
 
Themenbereich "Brüder und Schwestern?"
 
Raumblick "Am Anfang war das Wort?" Insignien der Erfurter Universität
Raumblick "Am Anfang war das Wort?"
 
Insignien der Erfurter Universität
 

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