Sonderausstellung: Erfurter Provinzbilder - Von der wilhelminischen Großstadt zur sozialistischen Metropole

Festwagen
Für den 1. Mai - Umzug 1959 ausgestatteter Festwagen des VEB Optima. Damals größtes Unternehmen in Erfurt.
In diesem Jahr wurde die 1.000.000 Schreibmaschine nach 1945 hergestellt.
Vom 9. November 2008 bis zum 12. April 2009 wird im Stadtmuseum Erfurt "Haus zum Stockfisch" eine Ausstellung über die Entwicklung
Erfurts im 20. Jahrhundert zu sehen sein.
Auf über 300 qm Ausstellungsfläche werden die erfolgreichen Vorträge des Stadtmuseums zur Entwicklung Erfurts von der wilhelminischen
Großstadt zur sozialistischen Bezirksstadt gewissermaßen materialisiert. In den Jahren 2006 und 2007 waren bei den zahlreichen Vorträgen
weit über 2000 Zuhörer im historischen Kinoraum des Museums zu Gast. Die dort geäußerten Wünsche, die gezeigten Bilder mit musealen
Sachzeugen zu kombinieren und in einer Ausstellung zu zeigen, wird nun von den Mitarbeitern des Stadtmuseum Erfurt gern aufgegriffen.
Die vorgesehene Exposition wird den Zeitraum Mai 1906 mit der Geburt des 100.000 Einwohners (damit wurde Erfurt eine Großstadt) bis
Februar 1973 mit der Geburt der 200.000 Einwohnerin, umfassen. Aber auch wichtige Ereignisse davor, zum Beispiel der Bahnhofsbau 1894,
oder danach, wie der Baubeginn des Hauses der Kultur 1988 finden Erwähnung.
In zeitlicher Abfolge steht die thematische Behandlung der Kriterien einer Großstadtwerdung im Mittelpunkt der Schau. Es werden
Schwerpunke herausgehoben und mit den entsprechenden Fotos unterlegt. Das sind - ohne eine Rang- und Reihenfolge aufzustellen - Komplexe
wie Industrie/Gewerbe, Gartenbau, Militär/ Krieg, Freizeit, Wohnkultur, Kultur/ Sport, Infrastruktur (Eisenbahn, Post, Straßenbahn,
Wasser/ Gas/ Elektrizität), Schulen und Bildung usw. Dieses Konglomerat verschiedener Bereiche zeigt die Vielschichtigkeit und
Vielfältigkeit einer Großstadt und spricht nahezu alle Berührungspunkte des gesellschaftlichen und sozialen Umfeldes der Besucher an.

Kaufhalle
Betriebsverkaufstelle im VEB Funkwerk Erfurt, Ende 1960er Jahre, seit 1956 gab es Selbstbedienungsgeschäfte in Erfurt.
Abgerundet werden die fotografischen Reminiszenzen der Erfurter Stadtentwicklung mit zahlreichen musealen Sachzeugen aus ca. 100 Jahren
dieser für die Stadt so wichtigen Epoche. In didaktischer Korrespondenz zu den über 200 Fotos sind Modelle zu sehen, die die räumliche
und städtebaulichen Veränderungen und Vorstellungen illustrieren.
Ein Modell zeigt beispielsweise das heutige Gelände der Landesregierung um den Beethovenplatz aus den 1930er Jahren, als dort ähnlich
wie in Weimar eine Art Gauforum der Nazis geschaffen werden sollte.
Begleitend zur Ausstellung wird Kustos Harald Baum verschiedene Vorträge über die Stadt Erfurt anbieten. Einer davon mit dem Schwerpunkt
50er bis 70er Jahre des 20. Jahrhunderts.
Die Vorträge werden wie üblich im Kinosaal gehalten und die Termine werden rechtzeitig bekannt gegeben. Voranmeldungen sind erwünscht.
Harald Baum
Kustos
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| Haus der Kultur Entwurf, 1988 Die Erfurter nannten die Anfänge des Baus "Schiffshebewerk". |
Kraftwerk mit Kühltürmen 1901 nahm das städtische Elektrizitätswerk in der Radowitzstraße (heute Iderhoffstraße) seinen Betrieb auf. Ebenfalls dort befand sich das städtische Gaswerk. Beides hatte sich bis zum Ende der DDR nahezu unverändert erhalten. |
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| Eisstadion 1957/58 auf dem Gelände des heutigen Steigerwaldstadion - neben Hochhaus - erbaut und nur in den Wintermonaten zu nutzen. Die Zuschauerränge und der Sozialtrakt entstanden Anfang der 60er Jahre. |
Flugplatz 1925 als Zivilflughafen Nähe Roter Berg (Stotternheimer Straße) eröffnet. Während der Zeit des Nationalsozialismus militärisch genutzt, danach Segelflugplatz. Seit 1977 Wohngebiet Roter Berg. |




