Techniker der "Endlösung" Topf & Söhne - Die Ofenbauer von Auschwitz

Presseecho: Eine beunruhigende und wichtige Ausstellung...
Als in Auschwitz und den anderen deutschen Konzentrations- und
Vernichtungslagern Millionen Menschen ermordet wurden, standen die Mörder vor
technischen Problemen. Tötung und Leichenbeseitigung sollten ohne Unterbrechung,
kostengünstig und Brennstoff sparend vonstatten gehen und möglichst wenig Spuren
hinterlassen. Zur Lösung solcher Probleme war die SS auf zivile Experten
angewiesen, die keine Skrupel hatten, sich intensiv in die praktische Seite der
Vernichtung hineinzudenken und entsprechende Vorrichtungen zu entwickeln, vor
Ort aufzubauen, in Betrieb zu nehmen und gegebenenfalls dort zu warten und zu
reparieren.
Die seit 1885 bestehende Erfurter Firma Topf & Söhne war weltweit führend
in der Herstellung von Mälzereianlagen für Brauereien. Dampfkessel-,
Schornstein- und Speicherbau ergänzten das Produktionsprogramm. In den 20er
Jahren etabliert sich die Firma als Marktführer in der Fertigung von
Einäscherungsöfen für Krematorien.
Was trieb die Geschäftsleitung dazu, dass gut florierende Produktionsprogramm
mit den Aufträgen der SS zu erweitern und damit Mittäter an einem unfassbaren
Massenmord zu werden?
Die Ausstellung versucht die Zusammenarbeit von Topf & Söhne und der SS in
Auschwitz-Birkenau zu rekonstruieren. Überlieferte Firmendokumente belegen, was
man bei Topf & Söhne über die nationalsozialistische Vernichtung wusste und wie
weit die Zusammenarbeit ging. Man versuchte sogar, die Effizienz der
Verbrennungsöfen in den KZ´s durch Innovation und Patente zu erhöhen. Das
Beunruhigende bei den Recherchen und beim Besuch der daraus entstandenen
Ausstellung ist die Tatsache, dass weder die Firmeninhaber noch die beteiligten
Ingenieure und Mitarbeiter fanatische Nationalsozialisten oder radikale
Antisemiten waren.

Die Sonderausstellung gliedert sich in sechs Schwerpunkte:
- Topf & Söhne – Ein ganz normales Unternehmen
- Die technische Abteilung
- Das KZ-Geschäft – Mitwisser und Mittäter in der Firma
- Zeugnisse aus den Todesfabriken
- Topf & Söhne als Partner der SS – Initiativen und Vorteile
- Nach dem Krieg: Spuren Sichern - Erinnern - Leugnen
Die Ausstellung entstand in Zusammenarbeit der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora mit dem Jüdischen Museum Berlin und dem Staatlichen Museum Auschwitz-Birkenau. Sie wurde auf der Grundlage eines Forschungsprojekts erarbeitet und im Jüdischen Museum Berlin erstmals präsentiert.
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| Während der Ausstellungseröffnung | Blick in die Ausstellung |
Begleitveranstaltungen:
Öffentliche Führungen Donnerstag, jeweils 15.30 Uhr
22.
Dezember 2005 19.
Januar 2006
5. Januar 2006 26.
Januar 2006
12. Januar 2006
Öffentliche Führungen Sonntags, jeweils 16.00 Uhr
8. Januar 2006
22. Januar 2006
15. Januar 2006
29. Januar 2006
Eine museumspädagogische Begleitung
der Ausstellung wird angeboten. Sie reicht von Führungen über
Gesprächsangebote bis zur eigenständigen Ausstellungsarbeit mit anschließender
Auswertung.
Anmeldung und Information: Karin Breitkreutz Tel: 0361/ 655 56 52
karin.breitkreutz@erfurt.de
Die Gedenkstätte
Buchenwald bietet aufbauend auf den Besuch der Ausstellung Projekttage
in der Gedenkstätte zum Thema „Arbeit, Technik und Verantwortung - am Beispiel
der Erfurter Firma Topf & Söhne“ an. Anmeldung: Sylke Schmidt, Tel: 03643/ 430
190 sschmidt@buchenwald.de
Information: Helmut Rook, Tel: 03643/ 430 113
hrook@buchenwald.de
Ein Begleitband zur Ausstellung ist in deutscher und englischer Sprache zum Preis von 7,90 EUR erhältlich. (Techniker der „Endlösung“. Topf & Söhne – Die Ofenbauer von Auschwitz, 70 Abb., ISBN 3-935598-10-6)


